Ja, ich meine dich! Du trägst Hoffnung in dir. Nicht die Art von Hoffnung, die sich bequem zurücklehnt und dich zu trösten versucht, in dem sie sagt: “Bleib positiv, es wird schon jemand kommen und es richten”. Ich spreche von einer tieferen, unerschütterlichen Zuversicht, die wie ein stiller Anker in deinem Inneren liegt. Es ist die Art von Hoffnung, die dich nicht passiv macht, sondern sanft, aber bestimmt dazu anregt, aktiv zu werden. Sie ist das positive Gegengewicht zu jener lähmenden Angst, die uns manchmal einfängt und uns das Gefühl gibt, nichts bewirken zu können.

Dieses Gefühl der Angst kenne ich persönlich auch sehr gut. In diesen Momenten ist es wichtig, sich daran zu erinnern (oder daran erinnert zu werden), dass du selbstwirksam bist. Du hast die Fähigkeit, Dinge zu gestalten, zu verändern und einen Unterschied zu machen – in deinem eigenen Leben und in der Welt um dich herum. Und das Wundervollste daran ist: Du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Es gibt so viele Menschen, überall auf der Welt und direkt in deiner Nähe, die ähnliche Gefühle teilen und bereit sind, gemeinsam mit dir daran zu arbeiten.

Du zählst – und dein Handeln auch

Die Psychologie hat für dieses Gefühl einen Begriff: Mattering. Gemeint ist die Erfahrung, für andere Menschen von Bedeutung zu sein und mit dem eigenen Tun einen Unterschied zu machen. Dabei geht es nicht darum, besonders wichtig zu wirken. Es geht um drei sehr menschliche Dinge (AIR):

Engagement macht genau das erlebbar. Wenn du zuhörst, beim Gärtnern mit anpackst, einen Stuhlkreis stellst, eine Idee teilst oder für jemanden einstehst, hinterlässt dein Handeln eine Spur im Tag eines anderen Menschen. Was dir wie eine Kleinigkeit vorkommt, kann deinem Umfeld sagen: Du bist nicht allein. Dein Anliegen zählt. Hier kümmert sich jemand.

Du musst nicht die ganze Welt retten. Es reicht, wenn die Welt an einer Stelle merkt, dass du da bist.

Engagement ist keine Einbahnstraße

Wer nach außen etwas Wertvolles beiträgt, kann sich dadurch auch selbst als wertvoll erleben. Dieser Kreislauf ist ein wesentlicher Gedanke des Mattering: Wir schaffen Bedeutung für andere und erfahren im Miteinander zugleich die eigene Bedeutung. So können Zugehörigkeit, Selbstwertgefühl, Lebenszufriedenheit und psychisches Wohlbefinden wachsen. Auch das Gefühl, einer schwierigen Lage nicht völlig ausgeliefert zu sein, wird stärker.

Das ist kein Wundermittel und kein weiterer Auftrag zur Selbstoptimierung. Aber Verbindung, Sinn und Selbstwirksamkeit sind wichtige Kraftquellen für unsere Gesundheit. Sie können uns helfen, mit Belastungen umzugehen und widerstandsfähiger zu werden. Gleichzeitig fühlen sich Menschen in unserem Umfeld gesehen, entlastet oder ermutigt – und werden vielleicht selbst aktiv. Hoffnung verbreitet sich am glaubwürdigsten, wenn sie Hände und Füße bekommt.

Radikal hoffnungsvoll zu sein heißt: anzufangen

Die Neurowissenschaftlerin Maren Urner beschreibt Hoffnung nicht als passives Warten auf Rettung, sondern als Fähigkeit, eine andere Gegenwart vorstellbar zu machen und an ihr zu arbeiten. Dauernde Angst kann Körper und Psyche belasten, uns verstummen lassen und das Gefühl nähren, ohnehin nichts ändern zu können. Aktive Hoffnung setzt etwas dagegen: Sie öffnet Handlungsspielräume. Nicht irgendwann, sondern jetzt.

Der Anfang darf klein sein. Such dir ein Thema, das dir wirklich am Herzen liegt. Finde ein Mitmachi oder eine Gruppe in deiner Nähe. Übernimm eine Aufgabe, die zu deiner Zeit und deinen Kräften passt – und bleib eine Weile verlässlich dabei. Du musst weder alles wissen noch perfekt sein. Oft beginnt Veränderung mit einem Gespräch, einer Stunde Zeit oder der einfachen Frage: “Wo kann ich helfen?”

Und weil dein eigenes Wohlergehen ebenfalls zählt, gehört auch ein Nein zum Engagement. Pausen, Grenzen und geteilte Verantwortung machen deinen Einsatz nicht kleiner, sondern tragfähig. Hoffnungsträgi zu sein bedeutet nicht, alles allein zu tragen. Es bedeutet, den eigenen Teil beizutragen und andere daran zu erinnern, dass auch ihr Teil bedeutsam ist.

* Hinweis zum Gender-i:

“Ein Vorschlag für geschlechtergerechtes Formulieren ist das Entgendern nach Hermes Phettberg. Der österreichische Künstler und Schriftsteller nutzte diese Form erstmals 1992 in seiner Kolumne “Phettbergs Predigtdienst” in der Wiener Wochenzeitung “Falter”. Sie funktioniert ohne Sonderzeichen und baut auf dem bestehenden Sprachsystem auf: Für alle Personenbezeichnungen wird der neutrale Artikel “das” verwendet, an den Wortstamm wird im Singular -y und im Plural -ys angehängt.

Das bedeutet, aus Leser*innen werden Lesys. Das gilt für alle Personenbezeichnungen, die mit der Endung -er*in gebildet werden, und auch für alle anderen Personenbezeichnungen. Aus dem*der Lehrer*in wird das Lehry, aus Wirt*innen werden Wirtys und so weiter. Das Pronomensystem folgt dabei der bestehenden grammatischen Form des Neutrums, zum Beispiel: “Das Wirty hat seinen Lippenstift vergessen”.

Das Gender-i greift diese Regeln auf, ersetzt jedoch das “y” durch ein inklusives “i”. Die Sprache bleibt dabei verständlich, flüssig kommunizierbar und regeltechnisch einfach, lässt aber gleichzeitig Raum für alle Geschlechterformen: faire Sprache mit i-Tüpfelchen.”

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Trage die Hoffnung, die in dir wohnt, weiter. Du bist jetzt Teil der Hoffnungsträgi-Bande.

[as


Quellen

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